Kpando und Fesi

TroTroGestern hat uns unser „Neffe“ Atsu mit auf einen Ausflug raus aus Ho genommen. Nach unserer ersten TroTro Fahrt (einer Art Minibus) fanden wir uns in der kleinen Stadt Kfado wieder, dem ersten Ziel unserer Reiseliste. Von dort ging es mit dem Taxi in den etwa fünf Minuten entfernten Ort Fesi. In der Nähe von Fesi hat uns Atsu durch einen Park geführt, der wenn man dem Rundgang folgte, durch Statuen den Weg von Jesus Kreuzigung nachstellt. Der Park ist zu Ostern ein beliebtes Reiseziel für die katholischen Schulen des ganzen Landes. Mitten im Park befindet sich eine Art Freilichtkirche.
Anschließend haben wir uns Fesi noch genauer angeschaut, den Heimatort von Atsus Familie. Als wir aus dem Taxi ausgestiegen, trafen wir bereits die ersten seiner Cousins und Cousinen und wie wir schnell feststellen konnten, gehörte ungefähr das halbe Dorf zu seiner Familie. Okro SoupSeine Tante hat uns dann gezeigt wie man die Speise Banku (eine Art roher Sauerteig) mit Okro Soup, einer Öl-Tomatensuppe mit vielen verschiedenen Kräutern richtig isst. Wie sich herausgestellt hat, haben wir es nicht unbedingt richtig gemacht. Man muss mit allen fünf Fingern ein kleines Stück vom Banku abreißen, ihn zu einer Kugel formen und in die Okro Soup eintunken und dann, das war der Teil, der bei uns anscheinend immer super lustig aussah, alle fünf Finger in den Mund und das ganze ablutschen. Klingt eklig, ist auch gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber sehr lecker!
Heute haben Rike und ich dann ein wenig Ho erkundet. Der wöchentliche Markt ist riesig und man kann hier wirklich alles kaufen, von Stoffen über Krimskrams, wie Dosen oder Haarbürsten bis hin zu jeder Art Gemüse, Fisch und Fleisch.
Alles in Allem ein sehr gelungenes Wochenende, aber ich freue mich auch schon wieder auf die Arbeit in der Krankenversicherung morgen. Nächstes Wochenende geht es dann an meinem Geburtstag nach Accra!

Bis dahin, Bye-Bye!

Isabel

Mein erster Arbeitstag

Woezor! Willkommen!

Heute war endlich unser erster Arbeitstag. Nachdem unser Local Manager bis vorgestern unterwegs war, haben wir uns gestern erst mit ihm getroffen. Nach wir ein paar organisatorischen Sachen besprochen hatten, haben wir erfahren wi unser Jahr in etwa aussehen wird. Ab jetzt bis Dezember werden wir in der National Health Insurance hier in Ho arbeiten. Nach Silvester und einer kurzen Zeit zum Reisen, geht es für uns in eine Day Nursery, einer Art Kindertagesstätte und ab April bis zum Ende sind wir noch mal in einer Grundschule. Wenn wir es schaffen dürfen ganz am Ende auch nochmal in ein Krankenhaus und schauen, wie hier gearbeitet wird. Gestern wurden wir dann also in der Health Insurance vorgestellt und heute ging es dann los!

NHIAWir saßen den ganzen Tag am Front Desk draußen und haben die Anmelde- und Erneuerungsformulare ausgefüllt. Zunächst wurde uns gezeigt wie wir die Formulare ausfüllen müssen und dann haben wir eigentlich von Anfang an den fast Front Desk alleine geschmissen. Dabei gab es des Öfteren Probleme wenn die Klienten kein Englisch konnten. Allerdings fingen die Probleme meistens schon beim Namen an. Ich glaube ich habe heute gerade mal 10 Namen gehört, die ich ohne buchstabieren schreiben konnte. Aber wir hatten sehr nette Mitarbeiter um uns herum, die uns immer geholfen haben. Nebenbei haben unsere ersten Redewendungen in Ewe gelernt. Die paar Vokabeln, die in den anderen Berichten schon vorgekommen sind, waren Twi, eine andere lokale Sprache, die aber eher in Accra gesprochen wird. Aber darüber werde ich am Wochenende, wenn ich mal wieder ein wenig Zeit habe, noch etwas auf der Seite über Ghana schreiben.

Alles in Allem freue ich mich wirklich auf meinen nächsten Arbeitstag in der NHIS!

Bis dahin, Bye-Bye!

Isabel

Erstversorgung beim Fussballspiel

Unsere heutige Aufgabe bestand, wie ja gestern bereits angekündigt, aus der medizinischen Absicherung eines Fußballspieles. Wie wir dabei feststellen durften, spielt auch bei so offiziellen Anlässen die „Ghana Mean Time“ eine Rolle. Nachdem wir schon eine halbe Stunde auf die Teams gewartet hatten, kam zusätzlich noch der Chief des Ortes. Die beidenTeams, die gegeneinander spielten, waren die „Accra heart of oak“ und die „Asogli iiv“. Das Spiel war also anscheinend auf nationaler Basis, aber in welcher Liga, da bin ich leider überfragt. Spannend war das Ganze auf jeden Fall. Erstversorgung beim FußballspielVor allem, da man die Rasenverhältnisse (wie so vieles in Ghana) nicht mit den deutschen Standards vergleichen kann. Unsere Aufgabe war es, die verletzten Spieler vom Feld zu tragen und die Erstversorgung zu übernehmen. Meistens war kaum was los, aber wie man das von Fußballern kennt, wird jede Chance auf einen Vorteil ausgenutzt. Unsere Aufgabe bestand eigentlich nur aus Kühlen, was bei den Temperarturen durchaus eine Herausforderung war. Am Ende hat das Team aus Accra gewonnen.

Rike und ich konnten außerdem feststellen, dass man sich im Roten Kreuz überall schnell wohlfühlt! Alles in Allem war das also ein wirklich gelungener Tag.

Liebe Grüße
Isabel

Yam-Festival

Red Cross Shirt

Wir hatten heute unseren ersten Einsatz als Mitglied der Ghana Red Cross Society. In unserem Ort fand heute das sogenannte „Yam Festival“ statt. Ein Fest zu Ehren der Yam Wurzel. Ich würde sagen, das ist vergleichbar mit dem deutschen Erntedankfest. Das war sehr beeindruckend. Neben dem Vizepräsidenten Ghanas und vielen Ministern des Landes, waren die Stammesfamilien in bunten Tüchern mit Kronen und Zeptern anwesend. Es wurde gefeiert und getanzt, jeder Stamm geehrt und viele Reden gehalten. Unsere Aufgabe war die medizinische Absicherung der Veranstaltung. Das Ganze begann mit einer wirklich netten Tradition: Alle legen die Hände aufeinander, es wird wiederholt wie wichtig es ist, Leben zu retten und dann ging es los. Als Vertreter des Roten Kreuzes fielen wir also nochmal extra als „Weiße“ auf. Der Grundsatz „Verstehen, Überlegen, Handeln“ scheiterte leider oftmals schon beim ersten Schritt. Wir wurden aber tatkräftig von den Jungen Erst-Helfern unterstützt. Im Anschluss hatten wir dann Zeit die Musik zu genießen. Die anderen Rot Kreuz Mitglieder haben uns netterweise gezeigt wie man „richtig“ tanzt. RegenzeitAls wir dann beim Essen saßen, zum Glück geschützt, haben wir dann gelernt, was Regenzeit wirklich bedeutet. Den Moment trocken nach Hause zu kommen, hatten wir leider verpasst! Man sitzt dann einfach fest und muss warten bis der Regen vorbei ist.

Der Tag war wirklich beeindruckend. Für morgen ist dann schon die nächste Rot Kreuz Aktion geplant. Die Absicherung eines Fußballspieles. Mal sehen was und da erwartet.

Bis dahin Bye-Bye! Isabel

Erste Eindrücke

Erste Eindrücke

Akwaaba! Willkommen!

Nun bin ich seit fünf Tagen in einem der unglaublichsten Länder, die ich je kennengelernt habe. Da ich erst heute in meiner Gastfamilie in Ho angekommen bin, kann ich mich erst heute melden.

FlugAm Samstag gegen 14:30 Uhr ging mein Flug von Frankfurt am Main. Nach ewiger Orientierungslosigkeit am Flughafen und einem ausgedehnten Frühstück mit meiner Mutter, hab ich auch bald meine Mitfreiwilligen gefunden. Nachdem wir eingecheckt hatten, den Duty-free Bereich ausgenutzt und durch die Passkontrolle waren, fanden wir uns dann alle an unserem Gate wieder. Zwischen Abschiedsstimmung und Vorfreude wurde mir dann erst bewusst, was ich da eigentlich vorhatte. Als das Flugzeug dann (endlich) abhob bekam ich das Lächeln nicht mehr aus meinem Gesicht.

Nach 6h Flug und zwei guten Mahlzeiten bei Lufthansa sind wir dann gegen 18:40 Uhr (20:40 Uhr DE) in Accra gelandet. Der erste merkwürdige Moment ließ dann nicht lange auf sich warten. Noch vor der Passkontrolle wurde als erstes unsere Temperatur gemessen. Als wir aus dem Flughafen raus waren, fanden wir eine riesige Menschenmasse vor mit gefühlten tausend Schildern und Namen. Ankunft AccraAllerdings fiel eine große Gruppe weißer junger Menschen recht gut auf. Als die Koffer auf dem Dach (!) des Autos verfrachtet waren ging es in das Hostel der ARA Organisation (einer weiteren Organisation, die Freiwilligendienste in mit dem DRK organisiert).

Am nächsten Morgen wurden wir von unserem Local Manager abgeholt und es ging bei einer holprigen Fahrt durch die mehr oder weniger gar nicht präparierten Straßen Accras. Am Vormittag haben wir eine Gottesdienst in besucht. Der war nicht annähernd mit den Gottesdiensten in Deutschland zu vergleichen. Die Stimmung ähnelte eher einem Konzert als einer Kirche. Es wurde laut gesungen, geschrien und gebetet. Es war unglaublich beeindruckend. Anschließend hatten wir eine kleine Stadtrundfahrt durch Accra. Am Abend haben wir die Gastfamilie der Freiwilligen aus Accra kennengelernt und mit ihr viele kleine Kinder! Die ersten Tage bestanden aus Stadtrundfahrt, Organisatorischem und ein wenig Seminar über die Ghana Red Cross Society.

Nebenbei haben wir auch bereits gelernt Wasser aus Plastikbeuteln zu trinken, mit den Händen zu essen und ohne fließendem Wasser zu leben. Vor dem Toilettengang den Spülkasten zu befüllen und mit einem Eimer kaltem Wasser zu duschen ist eine Umstellung aber man gewöhnt sich dran! Die Offenheit der Ghanaer haben wir ebenfalls schon des Öfteren kennengelernt. Als Obroni („Weißer“) fällt man sehr leicht auf und wird an jeder Straßenecke angesprochen. Auf den Fakt, dass Ghana bei der WM das einzige Land war, das nicht verloren hat gegen Deutschland, sind die Ghanaer sehr stolz!

Mein Zimmer für 1 JahrGestern ging es dann typisch nach der Ghana Main Time (grundsätzlich etwa 1h zu spät und eher spontan) nach Ho in unsere Gastfamilie wo Rike und ich das nächste Jahr leben werden. Die Landschaft der Volta Region ist wunderschön! In der Galerie findet ihr in den nächsten Tagen ganz viele Bilder. Am Dienstag beginnt dann unsere Arbeit beim Roten Kreuz und wir werden erfahren in was für Projekten wir arbeiten werden.

Bis dahin Bye-Bye!

Isabel

 

Der Countdown läuft

Jetzt sind es nur noch 10 Tage bis zum Abflug nach Accra. Das heißt natürlich, der Countdown läuft. Die Packliste steht und die Sachen werden schon fleißig zusammen gesammelt. Mein Trick: Zwei große Kisten in denen alles landet, was für Ghana wichtig sein könnte und mit muss. Je nach dem, wie schwer der Koffer und der Rucksack dann im Endeffekt sind, muss dann natürlich nochmal aussortiert werden, aber erstmal hoffe ich, dass alles passt. Dank des Lufthansa-Premius-Tickets darf ich 2×23 kg Gepäck PLUS 8kg Handgepäck mitnehmen. Das dürfte dann hoffentlich reichen! Es gab auch gleich neue Koffer und einen tollen Rucksack zum Reisen. Die Wanderstiefel durften da auch nicht fehlen. Jetzt kann es los gehen! Gepäckstücke

Jetzt muss ich erstmal fleißig weiter packen und mich von all den lieben Menschen um mich herum verabschieden. Der nächste Beitrag wird nicht lange auf sich warten lassen!