Quer durch den Norden – Die Große Reise #2

Die vergangenen zwei Wochen (01.05. – 15.05.2015) haben wir uns endlich auf unsere langersehnte zweite Reise begeben. Es ging einmal quer durch den Norden des Landes, von der Northern Region über Upper East Region bis in die Upper West. Und diesmal lief sogar fast alles so wie geplant – obwohl wir uns ja nach der letzten Reise schon darauf eingestellt hatten die Krankenhäuser des Nordens auch noch kennenzulernen!

Die große Reise #2 1Von Krokodile streicheln, Elefanten und Hippos sehen über von Pavianen beklaut werden, während man im Pool sitzt, bis hin zu einer Nachtfahrt einmal quer durch das Land, inklusive einem kleinen Unfall mit dem Tricycle war alles dabei! Aber lasst mich von vorne anfangen:

Am 30.04. ging es für Rike und mich nach der Arbeit nach Hohoe, von wo aus wir am nächsten Tag nach Tamale, die Regionshauptstadt der Northern Region, auf gemacht haben. In Tamale haben wir und dann mit unseren Freunden aus Accra und Cape Coast getroffen J

Nach einem entspannten Tag in Tamale und einem Besuch der Ghana Red Cross Society der Northern Region, ging es dann auch schon weiter nach Bolgatanga und somit in die Upper  East Region.

Bolgatanga, Paga und Burkina Faso

Von Bolgatanga aus haben wir einen Tagesausflug nach Paga, einem kleinen Ort an der Grenze zu Burkina Faso gemacht. Dort gab es dann die erste Attraktion für uns – Krokodile streicheln. Okay, es war unspektakulärer als es sich anhört, aber schon mal im Voraus: JA, wir haben das komplette Touri-Programm durchgezogen! :D als wir aus dem Crocodile-Pond wieder raus kamen, wuden auch wir auch gleich wieder angesprochen, ob wir nicht eine Fahrradtour nach Burkina Faso machen wollen. Nicht lang überlegt ging es dann auch schon mit den Fahrrädern durch die Steppe in kleine Dörfer in Burkina Faso. Die große Reise #2 2Gut, so ganz glauben konnten wir zwar nicht, dass wir jetzt dann schon in Burkina Faso sein sollen, aber ob Touristen-Schwindel oder nicht, viel gesehen haben wir auf jeden Fall und französisch wurde auch mit uns gesprochen! Die Dörfer darf man sich allerdings nicht so vorstellen wie bei uns. Vielmehr war das eher wie eine kleine Festung aus runden Lehmhütten, in denen aber teilweise bis zu 70 Menschen plus Chief gelebt haben.

MOLE-National Park

Die große Reise #2 3Von Bolgatanga ging es dann zum Mole-Nationalpark -der wohl bekannteste Nationalpark in Ghana. Da wir schon morgens um 8 Uhr da waren, konnten wir den ganzen Tag im Pool, mit Blick auf die Elefanten genießen und von den umherlaufenden Pavianen bei Kartenspielen beobachtet werden.
Okay, gut, wenn man es genau nimmt konnte man die Elefanten nicht direkt aus dem Pool sehen, aber wenn man auf der Liege saß, konnte man runter zum Wasserloch schauen. Abends ging es für uns dann auf die Nachtsafari mit dem Jeep. Ausgestattet mit Taschenlampen haben wir Die große Reise #2 4unzählige Antilopen, Bush Babys, Waschbären, Buschböcke, Eulen und Fledermäuse gesehen. Am nächsten Morgen haben wir uns dann zu Fuß auf den Weg gemacht. Ursprünglich war eine 2-stündige Wanderung geplant, aus der dann aber eher eine halbe Stunde laufen und 1,5h Elefanten beobachten wurde. Das war einer der besten Momente der Reise!

Tonga, Tengzuk and Sirigu

Die große Reise #2 5Vom Nationalpark führte uns unsere Reise dann zurück in die Upper East Region. Dort haben wir uns dann nach einem ganz entspannten Tag inklusive waschen, den Shrine von Tengzuk angeschaut. Man kann sich darunter eigentlich eher eine Felsspalte vorstellen, die als Opfergabe- und Gebetsstätte angesehen wird. Der Haken an der Sache: Man durfte nur Oberkörper frei und barfuß rein, was zwar ungewöhnlich gewesen wäre aber okay. Was wir natürlich nicht geahnt hatten, war, dass man sich ausziehen muss und dann noch ein kleines Stück zwischen den Felsen rumklettern musste. Aber gut, auch das sind Erfahrungen, die dazu gehören! Interessant war es auf jeden Fall und es hat sich gelohnt! Die große Reise #2 6Am nächsten Tag haben wir dann an einem kleinen Workshop in einem Dorf in der Nähe von Bolgatanga teilgenommen. Neben zeichnen, wurden noch Körbe und Taschen flechten und töpfern angeboten, aber leider war dazu nicht genug Zeit. Aber auch das Zeichnen in dem Stil, wie viele ihre Häuser/Hütten in dem Dorf anmalen, hat viel Spaß gemacht!

Und von da ging es dann leider auch schon in den letzten Abschnitt unserer Reise.

 Wechiau und die Hippos

Die große Reise #2 7Der nächste Reisetag war etwas spontaner als geplant. Ursprünglich wollten wir nur bis Wa (Upper West) fahren und uns von dort am nächsten Tag nach Wechiau zu den Flusspferden machen. Da wir aber schon ziemlich früh da waren, sind wir dann doch gleich noch nach Wechiau gefahren, von wo es dann noch einmal etwa 20km in ein ganz kleines Dorf direkt an der Grenze zu Burkina Faso ging. Hier waren dann ziemlich abgeschieden. Ohne Handyempfang und ohne fließendes Wasser (was ja aber eigentlich schon normal geworden ist), haben wir die nächsten zwei Tage in der „Lodge“ mit unserem Guide verbracht. Unter Lodge kann man sich in dem Fall aber nur zwei Zimmer vorstellen! Geduscht wurde unter freiem Himmel und das Wasser zum Kochen und Duschen musst erst einmal aus dem Brunnen gepumpt werden. Gekocht haben wir außerdem über dem Copott mit Kohle und Feuer. Kurz gefasst. Das Leben war einfach und total entspannt! Die große Reise #2 8Neben einer Flusstour am Abend und einer am nächsten Morgen, haben wir unsere Zeit mit Kartenspielen und „Ludo“ (So ungefähr Mensch, ärgere dich nicht mit teilweise anderen Regeln) verbracht! Ein gelungener Abschluss für die Reise.

Die große Reise #2 9Tja, und von da aus ging es dann auch schon wieder zurück nach Hause. Nach einem etwas längeren Aufenthalt auf der Station in Wa, sind wir über Nacht von Wa über Kumasi nach Accra gefahren. Morgens angekommen, hatten wir dann auch eine halbe Stunde später schon unser Evaluation Seminar und konnten dann nachmittags zurück nach Ho.

Zusammenfasst war die Reise für mich ein voller Erfolg!

Letzte Woche habe ich in meiner neuen Arbeitsstelle angefangen, einer Grundschule hier in Ho. Dort genieße ich jetzt meine letzten drei Monate in Ghana.

Ich hoffe euch geht es allen mindestens genau so gut wie mir hier! Das Land überrascht und beeindruckt mich immer wieder aufs Neue!

Eure Isabel

GloryKids Care Centre (GKCC)

Ich weiß, dass der letzte Bericht schon etwas her ist, aber die letzten Monate vergingen einfach wie im Flug. Jetzt möchte ich euch aber doch ein wenig was über meine Arbeit in den letzten drei Monaten bei den GloryKids erzählen!

nursery 1Seit Februar haben Rike und ich in einer Day Nursery hier in Ho gearbeitet. Unter Day Nursery kann man sich so etwa einen Kindergarten vorstellen, nur dass die Kids bereits anfangen die Zahlen und das Alphabet zu lernen! Glory Kids ist eine privat geführte Nursery und zu unserem Glück wurde hier nur Englisch gesprochen. Insgesamt haben wir ungefähr 130 Kids im Alter von 6 Monate bis 4 Jahre in vier verschiedenen Klassen. Die „Lillies“, die Kleinsten, sind im Prinzip die Krippe von 6 Monaten bis 2 Jahre. Danach kommen die „Daisies“, also alle Kids im Alter von 2 Jahren, und dann die „Roses“ und die „Asters“, die Ältesten im Alter von 3 bis 4 Jahren und somit diejenigen, die dann dieses Jahre ihre Graduation haben und ab Sommer dann in den Kindergarten gehen. Aber unter Kindergarten kann man sich dann eigentlich schon eher Schule vorstellen, da die Kinder in Ghana mit 4 im KG1 und KG2 (Kindergarden 1 und Kindergarden2) mit der Schule anfangen.

Meine Klasse waren die Roses. Die Jüngsten waren noch 2 bzw wurden jetzt 3 Jahre alt und die Ältesten waren 4 Jahre. Insgesamt waren wir 33 Kids und mit mir 4 Lehrer. Nachdem ich hier in Ghana ja eigentlich nur Isabella genannt werde, weil das für die Ghanaer leichter auszusprechen ist, wurde ich von den Kids dann ab dem ersten Tag in „Teacher Bella“ umgetauft. J

nursery 2Meine Aufgaben waren neben Singen und Tanzen, natürlich auch bei den Schreibübungen helfen, mit den Kids das Alphabet und die Zahlen bis 50 lernen, malen und was immer besonders viel Spaß gemacht hat, basteln! Am meisten Spaß gemacht hat es, als wir mit den Kids das Rote Kreuz gebastelt haben oder Papierlieger! Es war einfach unglaublich, wie sich die Kinder über die Papierflieger gefreut haben! Auch wenn sie noch zu jung waren, um sie alleine zu falten, da wirklich der Großteil gerade erst 3 Jahre wurde, als ich da war. Die coolste Zeit des Tages war aber eigentlich immer die Worship-Time am Morgen, wo gesungen, getanzt und natürlich gebetet wurde.
Neben dem Lernen haben wir dann noch Gedichte und Programme für die Graduation im August geübt. Mittags gab es dann immer Mittagessen für alle, wo wir natürlich auch geholfen haben.

nursery 3Die Zeit in der Nursery war zweifelsfrei die bis jetzt BESTE Zeit in Ghana! Ab dem ersten Tag kamen die Kids auf einen zugelaufen und haben sich jeden Tag aufs Neue gefreut einen zu sehen.  Besonders gefreut hat mich, dass mich die Kids ab der ersten Minute als Lehrer angesehen haben und so hat es auch keine 10 Minuten gedauert bis das erste Kind vor mir stand und sagte: „Teacher, please my Poupou is coming“ (was nichts andere bedeutet als „kannst du bitte mit mir aufs Klo gehen“ J) oder „ Teacher, please can you clean my nose for me?“.

Seit zwei Wochen ist die Zeit in der Nursery aber leider schon wieder vorbei und ich vermisse meine Kollegen und besonders meine Kids jetzt schon! Der Abschied war wirklich schwer, aber zum Glück habe ich ja noch drei Monate um die Kinder noch ganz oft zu besuchen. Und besonders freue ich mich natürlich als stolzer „Teacher“ auf die Graduation meiner Kids im August!